• Joel Juschka

6 essenzielle Meilensteine für eine erfolgreiche E-Learning Produktion

Aktualisiert: 22. März

  1. Konzept

  2. Drehbuch

  3. Layout

  4. Visuelles Material

  5. Vertonung

  6. Software


1. Konzept

Bevor du mit der Umsetzung deiner E-Learning Produktion startest, brauchst du natürlich ein Konzept.


Aber was beinhaltet dieses Konzept und wie wird es aufgebaut?

Das Konzept dient in erster Line dazu, eine strukturelle, inhaltliche und audio-visuelle Idee für deine E-Learning Produktion zu entwickeln und in geeigneter Form darzustellen. Wir erstellen das Konzeptpapier bei unseren Produktionen meistens in Powerpoint und bringen damit die Kernelemente des E-Learnings anschaulich auf den Punkt. Die Präsentationsform bietet sich zudem prima an, um dem Kunden oder der Kundin zu einem frühen Zeitpunkt eine Idee von der Produktion zu vermitteln.


In deinem E-Learning Konzept solltest du diese WER-, WIE-, WAS-Fragen beantworten:

  1. Was ist das allgemeine Lernziel des E-Learnings?

  2. Wer ist die Zielgruppe und welches Vorwissen hat diese?

  3. Wie lange soll die Bearbeitung des E-Learnings dauern?

  4. Wie ist der Aufbau des E-Learnings? (z.B. 3 Kapitel mit jeweils zwei Lerneinheiten)

  5. Wie soll der Lerninhalt vermittelt werden? (z.B. mittels eines Avatars)

  6. Wie soll das E-Learning aussehen?

  7. Wie soll die Aufmerksamkeit der Lernenden aufrecht erhalten werden?

  8. Wie kann das E-Learning Spaß und Neugierde erzeugen?

  9. Wie sollen die Lernenden angesprochen werden?

  10. Wie können sich die Lernenden durch das E-Learning navigieren?

  11. Was wird von den Lernenden erwartet?

  12. Wie kann das E-Learning abgeschlossen werden?


2. Drehbuch

Was hat denn ein Drehbuch mit einer E-Learning Produktion zu tun? Wir sind doch nicht am Film-Set.


Korrekt, obwohl Bewegtbilder auch wunderbar in E-Learning Produktionen eingebunden werden können. Ein Drehbuch braucht es trotzdem, denn hier können die Produktionsverantwortlichen den konkreten textlichen, interaktiven und visuellen Inhalt ablesen. Das Drehbuch gibt außerdem die gesamte Struktur des E-Learnings vor und macht deutlich, wie sich die Lernenden durch die Einheiten navigieren werden. Das Drehbuch folgt somit der konzeptionellen Idee, die im ersten Schritt definiert wurde, stellt nun aber den Inhalt im Detail dar.


Ein beispielhafter Drehbuch-Auszug aus einer unserer E-Learning Produktionen

Bühnen- und Interaktionsanweisungen

Folientext

Sprechertext


Haus im Hintergrund brennt

Newsticker blendet eine Meldung nach der nächsten ein. Tempo der Neumeldungen nimmt zu.

H1: Brandschutz rettet Leben


[1] Brandmelder:

Alle 3 Min. ein Brand


[2] Brandmelder:

...

Es brennt, was ist zu tun?

3. Layout

Ob nun grün, gelb oder blau; rund oder eckig; hell oder dunkel; [...]. Eines steht fest: Über Geschmack und Ästhetik lässt sich bekanntlich streiten, über gutes oder schlechtes Layouting allerdings weniger.


Hier gibt es ein paar Tipps, die du bei deiner Layout-Entwicklung berücksichtigen solltest.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass dein visuelles Konzept zu deiner Marke, deinem Lerninhalt und deiner Zielgruppe passt. Mindestens genauso relevant ist es, dass dein Layout-Design konsistent und sauber umgesetzt ist. Oft können wir beobachten, dass E-Learnings von Personen umgesetzt werden, die wichtige Grundprinzipien wie Farb-Harmonie, typografische Hierarchie oder white spacing nicht berücksichtigen. Für eine professionelle Umsetzung müssen diese methodischen Aspekte jedoch Beachtung finden. Es lohnt sich einen Blick in professionelle Magazine, Prospekte oder auf moderne Webseiten zu werfen, dort kann man i.d.R. wichtige Designregeln wie eine intendierte Leseführung gut erkennen.


Du möchtest mehr zu den Grundprinzipien des Layoutings und Grafikdesigns lernen, dann empfehlen wir dir Tutorials wie dieses hier (Link zu YouTube). Wenn du eine umfassende, praktisch-orientierte Schulung suchst, bieten dir die E-Learning Kolleg*innen von grips.io einen spannenden und umfassenden Konzept-Workshop an. In diesem Format werden deine Mitstreiter*innen und du von Didaktik- und Design-Profis, wahlweise online oder offline, zur eigenen Konzeption geführt.




4. Visuelles Material

Du hörst von "E-Learning" und alles, was du siehst, ist ein langweiliges Text-Dokument? Das geht so nicht.


Lerne, wie du ein modernes und motivierendes E-Learning gestaltest.

In der visuellen Aufbereitung des Lerninhalts liegt die Kunst. Schon bei der Drehbucherstellung in Schritt zwei solltest du ein klares Bild vom fertigen Produkt entwickeln. Du hast i.d.R. die Möglichkeit textlichen Inhalt durch Grafiken, Realbilder oder Videomaterial zu ergänzen und zu unterstreichen. Ein E-Learning sollte die Lernenden dabei unterstützen, Inhalte besser verstehen, kontextualisieren und abspeichern zu können. Dafür ist die Verknüpfung von Bild, Text und Ton besonders wichtig. Es gibt vielfältige Quellen, aus denen du visuelles Material teilweise sogar kostenlos

beziehen kannst. Überlege also zunächst, welche Darstellungsart zu deiner E-Learning Produktion passt, recherchiere und erstelle dann Bilder, Grafiken, Videoaufnahmen explizit für deinen Lerninhalt. Wichtig ist dabei, dass du deinem Darstellungsstil über das gesamte E-Learning hinweg treu bleibst, damit es konsistent ist und ein sauberes Erscheinungsbild ergibt.


5. Vertonung

Es hat nichts mit Desinteresse zu tun, Menschen sind einfach lesefaul. Was bedeutet das für deine E-Learning Produktion?


Erfahre, wie du Sprecher*innen Stimmen sinnvoll einsetzt

Mit einer motivierenden, authentischen, angenehmen und professionellen Sprecher*in Stimme wertest du deine E-Learning Produktion auf.


6. Software

Aber wie bekommen wir das denn jetzt mit der Interaktivität hin? Das Ganze soll sich ja am Ende nach einem spannenden E-Learning anfühlen.


Wie du das passende Produktionstool findest

Der Industriestandard wird schon seit einigen Jahren von Articulate Storyline gesetzt. Mit Storyline 360 hast du vielfältige Möglichkeiten, dein E-Learning interaktiv zu gestalten. Dabei kannst du entweder auf Standardoptionen zurückgreifen, die allerdings ein wenig an alte Powerpoint-Vorlagen erinnern, oder aber individuell jedes einzelne Element bestimmen. Dieselben Entwickler bieten mit Articulate Rise auch noch eine moderne online Baukasten an, mit dem du einfache E-Learnings im Handumdrehen erstellst und distribuierst.


Eine alternative Softwarelösung kommt vom Giganten Adobe mit der Software Captivate. Auch dieses Tool ist sehr leistungsstark und bietet einen großen Funktionsumfang, um individuelle E-Learnings zu erstellen. Einziges Manko ist, dass sich an der Software seit 2019 nichts mehr getan hat und es Aufwand braucht, um ein modernes und professionelles E-Learning aus dem Tool zu exportieren.


Beide Tools unterstützen selbstverständlich den Standard SCORM 1.2.

Mehr Informationen zu E-Learning Produktionstools findest du in unserem Beitrag E-Learning Software-Vergleich.

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen