• Luise Frings

Ein gutes Korrektorat braucht Vorbereitung

Du beherrschst die deutsche Rechtschreibung und Grammatik und trotzdem merkst du, dass dir manchmal ziemlich viele Fehler durch die Lappen gehen? Oft verstecken sich die Gründe hierfür in einer fehlenden Vorbereitung. Nach diesem Beitrag weißt du, wie du die Qualität deines Korrektorats in Zukunft selbst aktiv beeinflussen kannst, bevor du überhaupt nur ein einziges Wort Korrektur gelesen hast. Das klingt spannend?




Kenne dich selbst für ein gutes Korrektorat

Kenne dich selbst fuer ein gutes Korrektorat

Du magst dich vielleicht wundern, aber dein Korrektorat wird je besser, desto besser du dich selbst kennst. Bei einem Korrektorat stehen besonders die Eigenschaften „Konzentration“ und „Gründlichkeit“ im Fokus. Das heißt, du solltest herausfinden, wann du dich am besten konzentrieren und wie du am gründlichsten lesen kannst.


Welcher Aufmerksamkeitstyp bist du?

Fluktuierende Aufmerksamkeit

Eine breite Aufmerksamkeitsspanne. Dir fallen viele Dinge gleichzeitig auf.

Fixierende Aufmerksamkeit


Je mehr, du dich auf der Seite der fluktuierenden Aufmerksamkeit positionierst, desto schwerer wird es dir fallen, dich nur auf den Text zu konzentrieren.

Aber keine Sorge, allein das bedeutet nicht das Aus für deine Korrekturlese-Kompetenz. Du musst nur lernen, deine Aufmerksamkeit richtig zu lenken.



Tipps für fluktuierende Aufmerksamkeitstypen:


1. Akustik: Telefonierende Kolleg*innen? Eine Baustelle vor der Tür? Oder störende Musik? Beobachte, auf welche Reize du reagierst und versuche sie zu mindern. Kannst du für die Zeit einen Fokusraum nutzen? Kannst du das Korrektorat verschieben?


2. Optik: Du sitzt im Durchgang und ständig laufen Leute hin und her? In deinem Blickfeld steht ein Fernseher? Auch hier gilt es optische Störungen zu minimieren, damit du nicht jedes Mal, wenn sich etwas bewegt aus deiner Arbeit gerissen wirst.


 

Welcher Lesetyp bist du?

Welcher Lesetyp bist du?

Außerdem ist dein Fehlerradar auch viel ausgeprägter, wenn du zu den Menschen gehörst, die langsam lesen bzw. langsam lesen können. Das ist ganz logisch, hier ein kleiner Vergleich: Stell dir vor, du fährst mit 200 km/h oder mit 30 km/h Auto. Mit welcher Geschwindigkeit fallen dir wohl eher Details in deiner Umwelt auf?


Überlege also, ob du ein chronischer Schnell-Leser bist, und versuche dich im langsamen Lesen. Am Anfang wirst du dich noch häufiger dabei ertappen, wieder ins Schnell-Lesen abgedriftet zu sein. Mach dich nicht verrückt, alles braucht seine Übung.


 

Der Teufel steckt im Detail: Layout und Textsatz


Schriftarten transportieren nicht nur eine bestimmte Wirkung bei den Leser*innen, sie machen einen Text auch besonders gut oder besonders schwer lesbar. Auch das Layout, in dem der Text eingebettet ist, hat Auswirkungen auf den Leseprozess und das nicht nur bei der Zielgruppe, sondern auch bei den Korrekturlesenden.



Bilder im Text

Liest du etwa einen Magazinartikel Korrektur, der viele verschiedene Bilder zeigt? Dann blende die Bilder aus. Denn Bilder ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und lenken vom Korrekturlesen ab.




Textsatz

Auch die Gestaltung des Textes kann das Korrektorat erschweren.

  • Ist die gewählte Schriftart gut lesbar?

  • Sind die Weißräume ausgeglichen?

  • Sind die Zeichenabstände gleich?

  • Sind die Schriftdicke und -größe angenehm?

  • Sind die Zeilenlänge (max. 60 Zeichen) und der Zeilenabstand (ca. 1,16 je Zeile) stimmig?


Tipps für die Praxis:

Achte das nächste Mal auf den Textsatz und frage dich, ob er gut lesbar ist. Wenn nicht, dann kopiere dir den Text in ein neues Dokument und passe ihn dir dort lesefreundlich an. Am besten legst du dir hierfür schon ein Muster-Dokument an, in dem eine gut lesbare Schriftart in verschiedenen Größen mit Zeilenabständen und Seitenrändern vorab gespeichert sind.

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